Sebadenitis

Die Rampak-Behandlung

Sebadenitis behandelt mit Eigentherapie:
seit einem Jahr erfolgreich in english

Hinweis: Dieser Artikel erschien in der Clubzeitschrift des Akita Club e.V. 2/2000

04. Dezember 1999

12. Dezember 1999

14. Mai 2000

siehe auch Bericht Bushi

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Bericht über die erfolgreiche Behandlung der Sebadenitis durch Eigentherapie

von Michael Rampak (verstorben 2004)

04. Dezember 1999

Nachdem ich mehrere Anfragen wegen der Behandlung von Bushis Sebadenites bekommen habe, habe ich mich entschlossen, meine Therapie jetzt schon bekannt zu geben.

Zuerst wollte ich ja noch ein paar Monate abwarten, um eine Aussage über einen längeren Zeitraum machen zu können. Da ich aber mit dieser Therapie bei Bushi einen so großen Erfolg habe, werde ich jetzt schon mal mit der Rezeptur beginnen und in monatlichen Zeiträumen aktualisieren.

Eines muß ich vorneweg klarstellen, es gibt zur Zeit, meines Wissens keine Möglichkeit die Sebadenites zu heilen, man kann aber mit Erfolg die Auswirkungen dieser Krankheit behandeln. Ich weiss auch nicht, ob man diese Therapie verallgemeinern kann, bei Bushi habe ich jedenfalls bis jetzt Erfolg damit gehabt.

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Bushi
Bushi krank im April 1999, © 2000 M.Rampak

Muss Bushi eingeschläfert werden?

Wenn man wie ich ernsthaft über Einschläfern nachgedacht hat und dann mit relativ kleinem Aufwand aus einem ekelhaft stinkenden, mit Entzündungen übersäten und haarlosen dahin schleichenden „Etwas" wieder ein Akita geworden ist, kann man nur froh sein, daß man diesen Gedanken nicht zu Ende gedacht hat.

An Einschläfern hatte ich erst gedacht, nachdem mehrere Tausend DM für Medikamente und Behandlung ohne Erfolg weg waren und sich der Zustand von Bushi langsam aber beständig verschlechterte.

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Bushi
Bushi schwer krank im Mai 1999, © 2000 M.Rampak

Beginn der Behandlung

Letztes Wochenende im Juni 1999. Alle Entzündungen auf Bushis Körper wurden mit Calendumed Salbe eingecremt. Das weicht die Verkrustungen auf und man kann diese dann ohne Schmerzen für den Hund nach etwa 4-6 Stunden leicht entfernen. Da, wo die restlichen Haare mit den Verkrustungen verklebt sind, kann man diese vorsichtig mit einen Flohkamm entfernen. Wenn man beim ersten Mal nicht alle entfernen kann, dasselbe noch mal von vorne, die Verkrustungen müssen auf jeden Fall runter.

Keinen Streß erzeugen, dem Hund Pausen gönnen, am nächsten und übernächsten Tag weiter machen und immer wieder 3-4 mal am Tag auch die freigelegten Entzündungen eincremen.

Zusätzlich bekam Bushi 250mg VitaminE, eine Kapsel täglich, 3 x 5-10 Kügelchen Calendula D2, nach 4 Wochen D4. Einfach mit einem kleinen Löffel auf die Zunge kippen.

Einen oder zwei Tage später, wenn alle Krusten runter sind, den Hund mit Hettral Johanniskrautöl einölen.100ml bis 200ml je nach Resthaarbestand, von Kopf bis Fuß, der Hund muß aussehen, als wenn er in ein Ölfass gefallen wäre. Wichtig ist, daß das Öl bis auf die Haut kommt, und dann leicht einmassieren. Vorsicht, nicht in die Augen oder den Gehörgang! Wenn die Ohrmuschel innen trocken ist, mit Calendumed Salbe leicht eincremen.

Nach dem Einölen sollte man sich mit dem Hund zwei Stunden beschäftigen, am besten einen größeren Spaziergang machen, so verhindert man, das der Hund sich ständig das Öl ableckt. Notfalls tut es auch eine Halskrause. Nach zwei Stunden den Hund duschen, bei Bushi verwende ich Editerm von Virbac. Einmal Vorwaschen und dann die Hauptwäsche. Beim Baden nicht rubbeln, das Öl soll nur von den Haaren entfernt werden. Zum Schluß eine Spülung mit Humilac, auch von Virbac. Nach dem Trocknen wird das Fell noch leicht ölig sein, ab und zu mal leicht mit einem Zewa (Papiertuch) abwischen. Nach zwei bis drei Tagen ist das restliche Öl von Haut und Haaren aufgesaugt worden.

Man kann sich auch dieses Johanniskrautöl selber mischen: 200ml hochwertiges Olivenöl und 10ml Hypericum Urtinktur.

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Bushi
Bushi, 2 Jahre alt, 1997, © 2000 M.Rampak

Behandlung alle 10 bis 14 Tagen wiederholen

Ölen und Duschen nach 10 bis 14 Tagen wiederholen. Bei Bushi lösten sich nach 8 bis 10 Tagen große Mengen Schuppen von der Haut und er kratzte sich die ersten Tage sehr oft. Zuerst dachte ich, ich hätte etwas falsch gemacht, aber es stellte sich heraus, das es nur der natürliche Juckreiz beim Heilungsprozess gewesen ist.

Das erste, was mir nach ein paar Tagen aufgefallen ist: der ekelhafte Geruch, den Bushi an sich hatte, war weg. Jetzt roch er leicht nach ranzigem Öl, an den haarlosen Stellen, wo sich die Schuppen zuerst lösten, sah die Haut gesund aus.

Weitere 14 Tage später habe ich das ganze wiederholt, und zwar mit Babyöl von Bübchen, dort sind keine chemischen Konservierungsstoffe und nur wenig Parfüm drinnen. 200ml Babyöl und 5ml Calendula Urtinktur, ein bis zwei Stunden einwirken lassen und dann wie vorher beschrieben duschen und Spülung.

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Erster Erfolg nach 4 bis 6 Wochen

Nach 4 bis 6 Wochen waren bei Bushi alle oberflächlichen Entzündungen abgeheilt und verschwunden. An den vorher haarlosen Stellen konnte man den ersten Haarflaum sehen.

Alle 14 Tage ölen, 2 Stunden ziehen lassen, duschen und Spülung. Mitte August schien der Haarwuchs bei Bushi zu explodieren, alle Entzündungen waren verheilt und er entwickelte eine Aktivität, die ich noch nie bei ihm festgestellt hatte. Gleichzeitig wurde sein Appetit größer und weil ich weiss, daß Haare zum größten Teil aus Proteinen bestehen, bekam er jeden Tag eine extra Portion Futter.

Bushi
Behandlung hat bei Bushi gut angeschlagen, September 1999, © 2000 M.Rampak

Ende September 1999 hatte er etwa 85 % von seinem früheren Aussehen erreicht. Die Abstände zwischen den Ölungen habe ich auf drei Wochen, zur Zeit sind es vier Wochen, ausgedehnt.

Anfang Oktober 1999 kam noch OMNIFLORA N dazu, um die Darmflora, die unter der vielen Antibiotika gelitten hat, wieder in Ordnung zu bringen.

Bushi
Bushi, November 1999, © 2000 M.Rampak

Jetzt, Anfang Dezember 1999, muß ich mir was anderes einfallen lassen, denn dieses Einölen habe ich bis jetzt immer nur im Freien gemacht und habe ihn dann auch im Freien gebadet. Vielleicht geht es ja auch in der Dusche, dann setzte ich mich eben mit Bushi 2 Stunden zusammen in die Dusche.

Was von diesen Mitteln ausschlaggebend war oder nicht, kann ich zur Zeit nicht sagen. Ich denke der Startschuß fiel mit Johanniskrautöl: das Ergebnis liegt neben mir und riecht nach Hund, der für mich schönste Akita der Welt.

Euch allen eine schöne Adventszeit
Michael
im November 1999

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12. Dezember 1999

Behandlung in der Dusche

Am Samstag habe ich Bushi wegen der Witterung das erste Mal in der Dusche eingeölt und anschließend gebadet. Als ich ihn nach vielen guten Zureden und Streicheleinheiten in der Dusche hatte, stellte ich fest, daß der Platz unmöglich auch noch für mich langen würde, 90 x 90 cm. Also, ein Kissen geholt, drauf gekniet und Bushi eingeölt.

Nach einer halben Stunde einölen und einmassieren, meine Bandscheiben haben erstaunlicherweise alles mitgemacht, wollte ich das Öl mindestens eine Stunde einwirken lassen. Solange ich an Bushi hantiert habe, ging die Zeit schnell vorbei, aber jetzt zeigte er mir, daß er endlich aus dem kleinen Raum raus wollte.

Um die Wartezeit zu überbrücken, habe ich Bushi Geschichten und Märchen erzählt, die ich noch aus Kindertagen kannte, was meine Frau, die in der Küche arbeitete, zu einem lauten Lachen bewegte. Die Zeit ging dann doch schnell vorbei und nach dem Duschen und der Spülung habe ich Bushi in einen Bademantel eingewickelt und ins Freie getragen. Wo er dann aus Übermut über die wiedergewonnen Freiheit wie ein Irrer im Garten rumgehüpft ist, um anschließend einen großen Hundekeks als Belohnung genüßlich zu verspeisen.

Beim Nachmittagskaffee sagte mir meine Frau, daß

  • der Böse Wolf bei Rotkäppchen von einem Jäger erschossen und nicht von einem Akita niedergekämpft wurde,
  • der Frosch sich in einen Prinzen und nicht in einen Akita verwandelt hätte und
  • in der Bibel würde nirgendwo stehen, das die zwei Hunde, die Noah vor der Sintflut gerettet hat, Akitas gewesen wären.

Einen schönen Advent
Michael

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14. Mai 2000

Behandlung weiterhin erfolgreich

Seit Dezember 1999 und meiner letzten Mail an die Mailingliste ist nun fast ein halbes Jahr vergangen und wenn ich gefragt wurde wie es Bushi geht, habe ich immer geantwortet: „Immer noch gut!"

Hörte sich dann so an, als wenn ich darauf warten würde, dass es ihm wieder schlecht ginge. Das erste halbe Jahr nach Behandlungsbeginn hatte ich schon etwas Angst vor einem Rückschlag, da mußte doch noch etwas kommen, so einfach konnte es doch nicht gewesen sein. Wenn man davon absieht, dass ich ihn in den Wintermonaten vier mal in der Dusche eingeölen und baden mußte, was nicht ganz so einfach ist, dann ist der Aufwand von etwa drei Stunden einmal im Monat nicht sehr groß.

Angefangen hatte ich ja im Juni 1999 alle zwei Woche und bin dann auf drei und dann auf vier Wochen gegangen. Um das Optimum auszuloten, bin ich auch einmal auf fünf und dann auf sechs Wochen, da war die Haut aber wieder schuppig und sehr trocken gewesen, und ich bin ganz schnell wieder zu meiner Vierwochenroutine zurück gekehrt.

Bushi
Bushi (3 Jahre) mit Katze "Kleines", 1998,
© 2000 M.Rampak

An der Behandlungsart hat sich wenig geändert, alle vier Wochen mit Babyöl einölen, zwei Stunden warten, zweimal mit Etiderm shampoonieren und eine Spülung mit Humilac, acht Kappen auf 1,5 Liter Wasser. Ab und zu muss ich ihn auch drei mal baden, wenn ich es mit dem Einölen etwas zu gut gemeint habe.

Calendula D 4 habe ich im Januar abgesetzt und Vitamin E bekommt er auch nur noch zwei mal in der Woche 250 mg. Seit Behandlungsbeginn im Juni 1999 hatte Bushi keine Entzündungen mehr gehabt und auch das Fell ist auch soweit in Ordnung, etwa 85 - 90 % von seinem früheren Aussehen. Im Frühjahr hatte er sehr stark abgehaart und fast die ganze Unterwolle verloren, aber es ist alles wieder nachgewachsen. Im Januar habe ich Bushi auch wieder Impfen lassen, obwohl ich große Bedenken hatte, weil ja jede Impfung in das Immunsystem eingreift, aber es ist alles gut gegangen und ich werde ihn in Zukunft wieder ganz normal impfen lassen.

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Leider keine Rückmeldung von anderen Akita über Behandlungserfolg oder Nichterfolg

Sechs Besitzer von Akitas, die Sebadenites haben, haben sich auf Grund des Berichts im Dezember 1999 bei mir gemeldet. Soweit ich weiß, gehört keiner der Mailingliste an, müssen aber zwangsläufig Kontakt zu Listenmitgliedern haben. Von zwei Hunden weiß ich, dass es ihnen gut geht, einer wurde eingeschläfert, einer war schon zu alt, um ihm diese Behandlung zuzumuten und über die beiden anderen habe ich keine Informationen, auch nicht deren Adressen. Alle sagten mir, sie würden mich über die Behandlungserfolg oder Nichterfolg auf dem laufenden halten, leider hat keiner sein Versprechen gehalten, wenn ich etwas erfahren habe, dann nur über Dritte.

So wie die Sache ausschaut werden Bushi und ich in den kommenden Jahren Babyöl und Calendula Urtinktur dazu missbrauchen, um eine Krankheit zu behandeln, für die es meines Wissens noch kein Medikament gibt, denn die Hoffnung, die man auf Ciclosporin setzte, hat sich - wie es ausschaut - nicht erfüllt.

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Schlussbemerkung

Zum Schluß noch eine Anmerkung zu dem Artikel Eigentherapie Sebadenites im Akita Club Mitgliederforum.

Das Therapieschema habe ich mir selber erarbeitet, aber ich hatte auch Hilfe aus der Mailingliste. Da wäre zum Beispiel Sabina Thiemeyer, die mir mit Informationen und Übersetzungen zum Thema Sebadenites viel geholfen hat und Kathi Eike, die mich auf das Johanniskrautöl zur Behandlung von Entzündungen gebracht hatte.

Es waren viele große und kleine Steine, die - von Freunden des Akitas zusammen getragen - ein Bild ergaben, an dessen Anblick ich mich jeden Tag erfreuen kann.

Herzliche Grüße
Michael Rampak

im Juni 2000

siehe auch Bericht Bushi

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Ende Oktober 2004 verstarb plötzlich und unerwartet

Michael Rampak

im Alter von 48 Jahren. Die von ihm entwickelte Öl-Behandlung hat vielen an Sebadenitis erkrankten Hunden in aller Welt geholfen mit dieser bislang noch nicht heilbaren Krankheit zu leben.

Wir werden seine Sachkenntnis, seine Hilfsbereitschaft, sein Mitgefühl und seine Warmherzigkeit sehr vermissen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

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